Dr. Alexander K.


Viele Wünsche hatte ich mitgebracht und viele Fragen bewegten mich, als ich nach Deutschland kam. Ich wollte es schaffen mir hier eine neue Zukunft aufzubauen und meine ganze Kraft für meine „Integration“, wie es im „Amts-deutsch“ heißt, einsetzen.  Heute kann ich sagen, mir ist es gelungen. Meine beruflichen Perspektiven sehen gut aus.

Ich habe eine gute Ausbildung an der Technischen Universität Berlin absolviert und konnte mich in meinem Beruf bereits in der Praxis erproben. Natürlich habe ich zugepackt, als ich die Gelegenheit erhielt, an der Technischen Universität Berlin als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig zu sein. Das war im Jahr 2004 und im Jahr 2008 habe ich dann erfolgreich meine Doktorprüfung abgelegt und kann mich nun Dr. nennen. Das alles war aber wirklich nicht einfach.

In der Ukraine  hatte ich ja bereits 6 Semester an einer Universität studiert. Viele Informationen dazu, wie es in Deutschland weitergehen konnte, hatte ich in der Ukraine nicht erhalten. Viel Hoffnung habe ich mitgebracht und Zuversicht.

Jedoch meine Deutschkenntnisse genügten nicht für ein Hochschulstudium und ich wusste nicht viel, besser gar nichts, über das Hochschulsystem in Deutschland. Eine Entscheidung, ob man sein Studium an einer Fachhochschule oder an einer Universität fortsetzt, kann man nicht gut treffen, wenn die Informationen und Erfahrungen fehlen. Wo kann ich schnell und gut Deutsch lernen, war natürlich die erste wichtige Frage. Wovon lebe ich in der Zeit des Deutschkurses und wer finanziert mir den Kurs? Alleingelassen kommt man da nicht schnell weiter.

Nach Rat habe ich gesucht und hatte Glück. In Hamburg hatte ich den Hinweis erhalten, dass die Otto Benecke Stiftung e.V. Zuwanderern Rat, Hilfe und auch finanzielle Förderung geben kann, wenn man in Deutschland studieren will. Natürlich hatte ich Kontakt dahin aufgenommen. Dort wurde mir wirklich und sehr konkret geholfen. Hilfe war erst einmal eine gute Beratung durch den Berater. Diese Beratung war wichtig für mich. Ich konnte  meine Entscheidungen für eine Hochschule fundierter treffen. Auch hat man mich sehr bei der Studienplatzsuche unterstützt. Meiner Meinung nach sollte jeder Zuwanderer eine solche Beratung, die dann auch noch mit sehr individuellen Fördermaßnahmen verbunden ist, erhalten. In meinem Fall wurde mir von der Otto Benecke Stiftung e.V. 1997 ein Sprachkurs an der TU Berlin finanziert, mit dem ich die Voraussetzungen für das erfolgreiche Ablegen der DSH erwerben konnte. Der Besuch dieses Sprachkurses half mir auch, mich in der neuen Stadt zurechtzufinden - hätte ich gleich das Studium begonnen, wäre der Anfang viel zu schwerer gewesen. Nun als „Berliner“ gab mir der Berater der OBS in  Berlin Rat und Hilfe. Man kann es, so denke ich, ruhig einmal sagen, ich bin den Beratern der Otto Benecke Stiftung e.V. dafür heute noch sehr dankbar.

Ich stehe jetzt schon lange auf eigenen Beinen und habe meine Erfahrungen gesammelt, die ich gerne weitergeben werde, wenn sich ein „Neuzuwanderer oder Neuzuwanderin“ an mich wendet. So kann ich etwas zurückgeben, was mir vor gut 12 Jahren selbst zuteil wurde.

--------

* Auf ausdrücklichen Wunsch von Herrn Dr. K. verzichten wir hier auf die Nennung seines vollständigen Namens. Kontakt zu ihm kann über die OBS Berlin hergestellt werden.