Irina Perogan

Im Sommer 1992 kam ich im Alter von 22 J. mit meinen Eltern und meinem Großvater nach Deutschland.

In Moldawien hatte ich eine abgeschlossene Ausbildung als Mode-Designerin, zwei Jahre habe ich danach als Designerin und Zuschneiderin gearbeitet. Ich wollte auch in Deutschland in diesem Bereich arbeiten und das so schnell wie möglich. Da ich im Herkunftsland schon berufstätig war, bin ich wie viele andere bei einem Arbeitsamt-Sprachkurs gelandet. Auf Empfehlung von Bekannten habe ich mich jedoch bei der Otto Benecke Stiftung e.V.  gemeldet. Nach der Zusage der Otto Benecke Stiftung e.V. habe ich den Arbeitsamt-Sprachkurs abgebrochen und auf den OBS - Sprachkurs gewartet.

Ich war jedoch weiterhin davon überzeugt, so schnell wie möglich arbeiten gehen zu müssen, denn ich war „schon“ 22! Zum Glück (heute kann ich das mit Überzeugung sagen) gab es dann im Sprachkurs der Otto Benecke Stiftung e.V. die Beraterin der Stiftung. Sie versuchte, mich davon zu überzeugen, dass mein Beruf (anerkannt als Bekleidungskonstrukteurin) in Deutschland kaum gebraucht wird, da dieser Bereich schon damals fast ausschließlich ins Ausland verlagert wurde. Außerdem ist man/frau in Deutschland mit 22 noch gar nicht „so alt“ und durchaus noch in einem Alter, um nochmals  die Schulbank zu drücken. Die Beraterin konnte mich also davon  überzeugen, es wenigstens zu versuchen. So habe ich mich im letzten Moment für den Sonderlehrgang zum Abitur entschieden. Auch hier wurden wir von der Beraterin der Otto Benecke Stiftung e.V. begleitet und beraten, so dass ich mich  wiederum dank ihrer Informationen und der Überzeugungsarbeit dann nach dem Abschluss für das Studium an der Esslinger Fachhochschule für Sozialwesen entschied.

Und heute habe ich den Abschluss als Dipl. Sozialpädagogin (FH) und arbeite bereits seit 10 Jahren beim IN VIA Jugendgemeinschaftswerk in Stuttgart. Nun begleite ich jugendliche Spätaussiedler/innen und Migrant/innen sowie deren Familien auf ihrem Orientierungs- und Integrationsweg in Deutschland.

So will ich mich an dieser Stelle bei der OBS und vor allem bei der Beraterin vom Stuttgarter Büro ganz herzlich bedanken. Außerdem möchte ich all diejenigen (vor allem die Frauen), die glauben, nicht mehr in dem richtigen Alter dafür zu sein, zu einer Ausbildung oder einem Studium in Deutschland  ermutigen! Tun Sie es!