Brandenburger Ärzteprojekt zur Integration zugewanderter Ärzte/-innen erfolgreich beendet
Pressekonferenz zum Abschluss der Qualifikation in Potsdam
In einem bundesweit einmaligen Projekt hat die Otto Benecke Stiftung e.V. im Auftrag und mit Mitteln des Landes Brandenburg aus dem Ausland zugewanderte Ärztinnen und Ärzte auf den Wiedereinstieg in ihren Beruf vorbereitet. In dem zehnmonatigen Projekt haben 20 Ärzte, die als jüdische Immigranten oder Spätaussiedler nach Deutschland gekommen sind, teilgenommen.
Anlässlich der Pressekonferenz am 17. Februar 2009 in Potsdam gratulierten Dagmar Ziegler, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie im Land Brandenburg und der Präsident der Otto Benecke Stiftung e.V., Dr. Lothar Theodor Lemper den 17 Teilnehmenden, die die Kenntnisprüfung vor der Landesärztekammer Anfang 2009 bestanden haben. „Drei der Mediziner arbeiteten bereits wieder in ihrem Beruf in Brandenburg. Das Projekt, an dem vor allem jüdische Immigranten und Spätaussiedler teilnahmen, habe bundesweit große Beachtung erfahren“, betonte die Ministerin.
Auch für die anderen Ärztinnen und Ärzte sind die Berufsaussichten im Land Brandenburg sehr gut. Zahlreiche Praxen suchen derzeit Nachfolger und in vielen Kliniken bleiben Stellen mangels geeigneter Bewerbungen unbesetzt.
Um im Land Brandenburg als Arzt/Ärztin dauerhaft arbeiten zu können, muss jedoch zunächst eine Kenntnisprüfung abgelegt werden. Neben den hierbei nachzuweisenden Fachkenntnissen in der Inneren Medizin, der Chirurgie und Allgemeinmedizin muss vor allem die medizinische Fachsprache so gut entwickelt sein, dass der Patientenkontakt ohne Schwierigkeiten möglich ist.
Im Mittelpunkt des 10-monatigen Projektes stand daher die Vermittlung der deutschen Fachsprachkenntnisse, die in einem von der Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen e.V. (GFBM) durchgeführten Kurs in der ersten Projektphase vermittelt wurden. In einer viermonatigen Praxisphase wurden erste Erfahrungen im Krankenhausalltag gesammelt. Eine sich daran anschließende, erneut bei der GFBM durchgeführte dreimonatige Theoriephase bereitete mit der Thematisierung möglicher Fachfragen und einer Simulation der Prüfungssituation intensiv auf die bevorstehende Kenntnisprüfung vor.
Viele der teilnehmenden Ärzte und Ärztinnen hatten zunächst nur in fachfremden Bereichen Arbeit gefunden. „Dadurch entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden, denn die hohen Qualifikationen der Zuwanderer werden nicht genutzt“, so der Präsident der Stiftung Dr. Lothar Theodor Lemper. Brandenburgs Integrationsbeauftragt Karin Weiss bezeichnete das Ärzte-Projekt als sehr großen Erfolg und wichtigen Beitrag zur Verbesserung der medizinischern Versorgung im Bundesland. Eine Fortsetzung des Qualifizierungsprojektes für zugewanderte Akademiker/-innen in Brandenburg wird durch das Gesundheitsministerium geprüft.
Link zur Maßnahme
GFBM
(Dieser Beitrag wurde am 16.03.2009 online gestellt.)





