Vortrag Dr. Vera Gerling (verschriftlichter Vortrag als PDF-Datei)
"Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte: Potenziale und Perspektiven gesellschaftlicher Teilhabe"
Dr. Vera Gerling
Power-Point-Präsentation des Vortrags
Posititionspapier des Landesintegrationsrats und der Landesseniorenvertretung NRW

Am 19. Oktober 2011 hat im Gürzenich zu Köln die Veranstaltung
Gesellschaftliche Teilhabe von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte
stattgefunden.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand, wie ältere Menschen, mit und ohne Zuwanderungsgeschichte, an Prozessen und Verantwortlichkeiten in Kommunen, der Wirtschaft, Vereinen und (gemeinnützigen) Organisationen zur Teilhabe aufgefordert und mitgenommen werden können. Es sollte aufgezeigt werden, dass eine Gesellschaft, die „weniger, älter und bunter“ wird, das freiwillige und ehrenamtliche Engagement lebenserfahrener Akteure, die bereit sind, sich für das Gemeinwohl einzusetzen, braucht.
In den letzten Jahren wurde - nicht zuletzt auch im politischen Raum – der Blick eher auf Defizite im Integrationsprozess gerichtet. Seit einiger Zeit ist dies einer stärkeren Wahrnehmung der Kompetenzen und Ressourcen älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gewichen. Diese Erkenntnis bietet die Chance, älteren und weniger im Bildungsbürgertum verhafteten Menschen Hilfestellungen und Entwicklungsmöglichkeiten zum (Eigen-)Beitrag im Funktionieren einer modernen Gesellschaft zu geben. Niedrigschwellige Kommunikationsangebote, Nutzung der ethnischen Selbstorganisationen und der Einsatz muttersprachlicher Kontaktpersonen können hier förderlich sein, Barrieren abzubauen und den Weg in das Ehrenamt zu ebnen. Auch eine „Belohnung“ im Sinne geldwerter Vorteile könnte einen Anreiz dazu bieten.
In ihrem Positionspapier fordern der Landesintegrationsrates und die Landesseniorenvertretung das Recht auf Einbürgerung unter Beibehaltung der eigenen Staatsbürgerschaft. Dieser Forderung wird großes Gewicht beigemessen, und sie wird von vielen anderen Institutionen und Organisationen unterstützt. Dazu zählt auch die Möglichkeit zur Beteiligung zumindest an Kommunalwahlen. Hier ist die sogenannte Mehrheitsgesellschaft aufgefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.
Erkenntnisse aus dem Mitmach-Café appellieren daran, Vorurteile abzubauen und die zwischenmenschlichen Beziehungen (Nachbarschaft) zu verbessern, eine Toleranzkultur zu schaffen, im Bildungsbereich präventiv zu fördern, die Verwaltung zu vereinfachen. In diesem Kontext ist auch die These von Frau Staatssekretärin Bredehorst zu sehen, dass es nicht mehr heißen dürfe „Wir und die Fremden“ sondern „Wir sind eine Gesellschaft. Einheimische sind alle.“
Mit der Ehrung von sieben Persönlichkeiten mit Zuwanderungsgeschichte für ihr außergewöhnliches und langjähriges ehrenamtliches Engagement setzte zum Ende der Veranstaltung die Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-West- falen, Barbara Steffens, ein Zeichen, dass bürgerschaftliches Engagement lohnenswert ist. Überreicht wurden die Urkunden von der Staatssekretärin Marlis Bredehorst.







