
- Workshopgruppe auf dem Forum über die Bedeutung von Mentoring in der Berufsorientierung
„(Inter-)Kulturelle Öffnung ist richtig und wichtig“ – so lautet ein Fazit des regionalen Integrationsforums West
Mehr als 90 Akteurinnen und Akteure aus Verwaltung, Bildungs- und Beratungsinstitutionen, Politik und Wirtschaft diskutierten am 14. Mai 2011 in Gelsenkirchen über die Chancengerechtigkeit junger Menschen mit Migrationshintergrund an den Schnittstellen Schule – Ausbildung – Arbeitsmarkt.
Einigkeit bestand auf dem Forum darüber, dass in Deutschland lebende junge Menschen mit Migrationshintergrund sogar noch in der dritten und vierten Generation schlechtere Teilhabechancen auf dem Arbeitsmarkt haben und seltener auf Anhieb einen Ausbildungsplatz erhalten als Menschen ohne Migrationshintergrund. Grundsätzlich notwendig sei jedoch eine weitere Differenzierung dieser heterogenen Personengruppe.
Um die Teilhabechancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, wurde zum einen die Bedeutung der integrationspolitischen Maßnahmen und Ansätze des Bundes, der Länder und der Kommunen betont; zum anderen die (inter-)kulturelle Öffnung von Betrieben und Unternehmen in Frage gestellt und diskutiert. Letztere selektierten bei der Besetzung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen potenzielle Bewerber häufig nach der Maßgabe „Risiken zu vermeiden“ und würden Heterogenität selten als Ressource erkennen. Aufgrund der demographischen Entwicklungen sei ein Umdenken der Betriebe jedoch zwingend notwendig und Betriebe aufgefordert sich zu fragen, wie sie Menschen mit Migrationshintergrund für sich gewinnen können.
Auf dem Forum wurden einzelne kompensatorische Ansätze erörtert und konkrete Beispiele der (inter-)kulturellen Öffnung vorgestellt. Letztere seien – darüber waren sich die Diskutanten einig – solange notwendig, wie junge Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt strukturell benachteiligt werden würden. Eine Chancengerechtigkeit sei erst dann erreicht, wenn keine spezielle Förderung mehr notwendig sei.
Kritisch hinterfragt wurde zudem die mediale, fast ausschließlich negative Berichterstattung über die Integrationspolitik und -maßnahmen. Diese verfestige die Vorurteile und Stereotype in der Mehrheitsgesellschaft.
In der Abschlussdiskussion betonten die Teilnehmer unter anderem die Notwendigkeit einer speziellen Förderung benachteiligter Jugendlicher an sämtlichen Schnittstellen, um eine gleichberechtigte Teilhabe in allen gesellschaftlichen Teilbereichen zu erreichen. Dies beinhalte eine möglichst frühe lebensnahe berufliche Orientierung junger Menschen sowie das Verständnis, Vielfalt als Ressource anzuerkennen, oder die Stärkung des muttersprachlichen Unterrichts in Schulen.
Prinzipiell bedarf eine (inter-)kulturelle Öffnung eines eindeutigen substanziellen politischen Willens, um die gesellschaftlichen Strukturen hin zu einer Chancengerechtigkeit zu verändern.








