Imame in Deutschland

Für viele muslimische Einwohner, die zum größten Teil einen Migrationshintergrund haben, sind die Imame in den Moscheevereinen wichtige Autoritäten. Sie werden nicht nur in religiösen Angelegenheiten aufgesucht, sondern sind auch in sozialen Belangen gefragte Ansprechpartner, deren Rat respektiert und angenommen wird.
Viele Imame kommen für einen zeitlich befristeten Aufenthalt nach Deutschland, sprechen oft wenig oder gar kein Deutsch und haben kaum Kontakte mit der deutschen Lebenswirklichkeit in Schule, Beruf und Gesellschaft. Ebenso wenig verfügen sie über authentische Erfahrungen mit Werten, Normen und Anforderungen, die die Alltagsrealität in Deutschland prägen und Grund legend sind für eine gesellschaftliche und berufliche Integration der Mitglieder ihrer Moscheegemeinde.
Andererseits verfügen auch viele deutsche Multiplikatoren aus Kindergarten, Schule, Medien, Arbeitswelt und anderen Lebensbereichen kaum oder gar nicht über Kenntnisse über den Islam und die Lebensgewohnheiten muslimischer Mitbürger.
Mit dem Programm „Begegnung und Dialog mit und für Imame in Deutschland“ geht die OBS neue Wege, um auf regionaler und lokaler Ebene das direkte Gespräch zwischen religiösen Autoritäten muslimischer Gemeinden und integrationsrelevanten Institutionen und Einrichtungen der deutschen Gesellschaft zu fördern. Imame werden durch schriftliche Handreichungen und Seminare über das deutsche Sozial- und Bildungssystem informiert und begegnen in Schulen, Betrieben, Ämtern und anderen Einrichtungen Repräsentanten unserer Gesellschaft, um im Dialog Themen zu erörtern, die für das Miteinander in einer Einwanderungsgesellschaft von Bedeutung sind. Fast immer ergeben sich hieraus Einladungen an die deutschen Gesprächspartner zu dem Besuch einer Moschee und es entstehen Verbindungen, die das gegenseitige Verständnis fördern und die helfen, Konflikte konstruktiv zu behandeln, nach Möglichkeit abzubauen und für die gemeinsame Zukunft zu vermeiden.
Unser Projektpartner ist die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) und bezuschusst wird das Projekt durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und durch das Innenministerium des Landes Niedersachsen.





