OBS trauert um Marianne Krüger-Potratz

Prof. Dr. Marianne Krüger-Potratz starb am 18. Januar 2026 im Alter von 82 Jahren in Berlin. Sie war emeritierte Professorin für Interkulturelle und International Vergleichende Erziehungswissenschaft an der Universität Münster (1984–2009) und forschte zur Vergleichenden Erziehungswissenschaft und historischen Bildungsforschung mit dem Fokus auf Minderheiten. 

Sie war Mitbegründerin der Kommission „Interkulturelle Bildung“ der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft.

Marianne Krüger-Potratz hat die erziehungswissenschaftliche Auseinandersetzung mit Migration, Diversität und Bildung in Deutschland maßgeblich geprägt. Als Gründerin der „Arbeitsstelle Interkulturelle Pädagogik“ setzte sie früh entscheidende Impulse für eine systematische wissenschaftliche Bearbeitung migrationsgesellschaftlicher Realitäten im Bildungswesen. Mit großem Engagement koordinierte sie den Zusatzstudiengang „Deutsch als Zweitsprache/Interkulturelle Pädagogik“.

Der OBS war sie 25 Jahre eng verbunden. 2000 war sie Gründungsmitglied des wissenschaftlichen Fachbeirates der OBS. 2012 übernahm sie dessen Vorsitz von Prof. Dr. Hans H. Reich. Ihre ausgewiesene Expertise, ihre analytische Schärfe und ihre große Erfahrung brachte sie in die strategische Weiterentwicklung der Arbeit der OBS ein. Mit klarem Urteil und Weitsicht begleitete sie die inhaltliche Ausrichtung des Vereins und stärkte seine wissenschaftliche Fundierung nachhaltig. Die Arbeit des Fachbeirates koordinierte und organisierte sie mit großer Kompetenz und wertvollen Anregungen. Das Ergebnis waren exzellente Veranstaltungen wie das jährlich stattfindende „Forum Migration“. Sie hat acht von 16 Bänden der OBS-Beiträge der Akademie für Migration und Integration konzipiert und herausgegeben. Dabei zeigte sie eine große Strenge in der Einhaltung der Regeln wissenschaftlichen Arbeitens. 

Die OBS würdigt Marianne Krüger-Potratz als eine herausragende Wissenschaftlerin, kluge Beraterin und engagierte Impulsgeberin für eine gerechte und inklusive Bildungslandschaft in der Migrationsgesellschaft. Als Wissenschaftlerin und als Mensch von großer Empathie wird sie unvergessen bleiben.

Unser Mitgefühl gehört ihrer Familie.

Die OBS wird ihr Andenken in großer Dankbarkeit bewahren.

 

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