Die langjährige Präsidentin des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Rita Süssmuth, starb am 1. Februar 2026 im Alter von 88 Jahren. Mit ihr verlieren wir eine bedeutende Politikerin und engagierte Kämpferin für Menschenrechte. Über Jahrzehnte prägte sie das politische und gesellschaftliche Leben Deutschlands. Sie war eine der ersten prominenten Stimmen, die Deutschland ausdrücklich als Einwanderungsland bezeichnete und damit einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der öffentlichen Debatte anstieß. In einer Zeit, in der sich viele in Politik und Gesellschaft vor dem Wandel scheuten, war sie überzeugt, dass Integration nur gelingt, wenn wir sie als Chance begreifen und aktiv gestalten.
Nach ihrem Ausscheiden aus dem Parlament engagierte sie sich auch außerhalb der Parteipolitik. Als Vorsitzende und Mitglied verschiedener Kommissionen zur Zuwanderung und Integration arbeitete sie – unter anderem im Sachverständigenrat „Zuwanderung und Integration“ – daran, Strukturen zu schaffen, die Menschen unabhängig von Herkunft und Religion eine faire Perspektive bieten. Auch in der internationalen Zusammenarbeit setzte sie sich für menschenwürdige Migrationspolitik und Rechte von Migrantinnen und Migranten ein.
Für uns war Prof. Dr. Rita Süssmuth eine wertvolle Unterstützerin unserer Anliegen. Zahlreiche Veranstaltungen – unter anderem unser Forum Migration – bereicherte sie mit ihrer Expertise und ihren klaren Analysen. Sie betonte, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt nur dann gefestigt werden kann, wenn alle Menschen das Gefühl haben, gehört zu werden und mitgestalten zu dürfen. Ihr Engagement für Demokratie, für Gleichberechtigung und für die Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte ist ihr Vermächtnis.
Der Geschäftsführende Vorsitzende Dr. Lothar Theodor Lemper traf Frau Prof. Süssmuth Ende letzten Jahres auf einem Kongreß in Berlin zu einem ausführlichen Gespräch über migrationspolitische Fragen. Frau Süssmuth äußerte sich außerordentlich positiv zum 60jährigen Bestehen der OBS.
Mit dem Tod von Rita Süssmuth verliert Deutschland eine herausragende Demokratin, eine Brückenbauerin und eine Vordenkerin für ein offenes und solidarisches Miteinander.
Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gehört ihren Angehörigen.