Der Strukturwandel im Rheinischen Revier ist in vollem Gange und bringt große Veränderungen für Betriebe sowie deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit sich. Über 100.000 Menschen im Revier verfügen über keinen formalen Berufsabschluss. Hier setzte unser Projekt „Qualifizierungsagenten im Rheinischen Revier – Chancen durch Bildung auf der Spur“ an, das vom 01.03.2024 bis zum 31.12.2025 umgesetzt wurde. Ziel war es, neue berufliche Perspektiven zu eröffnen, über Qualifizierungsmöglichkeiten zu informieren und den Zugang zu passenden Angeboten vor Ort zu erleichtern.
Die Beratungen wurden von fachlich hochqualifizierten Mitarbeitenden aus verschiedenen Branchen und dem Bildungsbereich durchgeführt. Das Projektteam sprach gezielt betroffene Unternehmen sowie Vereine und Verbände an. Auf diese Weise konnten Beschäftigte für Qualifizierungsmaßnahmen gewonnen und individuelle Qualifizierungswege aufgezeigt werden. Durch Anpassungsqualifizierungen und den Erwerb von Berufsabschlüssen erhielten Beschäftigte in Helfertätigkeiten bessere Chancen auf nachhaltige Beschäftigung.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf niedrigschwelliger Ansprache und mehrsprachiger Beratung. Das Projektteam bot Beratungen unter anderem auf Arabisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Russisch, Türkisch und Ukrainisch an.
Das arbeitsmarktpolitische Förderprojekt „Qualifizierungsagenten im Rheinischen Revier – Chancen durch Bildung auf der Spur“ endete planmäßig am 31.12.2025 nach einer Laufzeit von 22 Monaten. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen machte von der Option einer Verlängerung für die Jahre 2026 und 2027 keinen Gebrauch. Die Otto Benecke Stiftung e. V. bedauert diese Entscheidung.
In 22 Monaten operativer Projektarbeit hat sich das Projekt fest im Rheinischen Revier etabliert und einen relevanten Beitrag zur Bewältigung des Strukturwandels geleistet. Zielgruppe waren insbesondere geringqualifizierte Beschäftigte sowie Menschen mit Einwanderungsgeschichte.
Durch die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen, Bildungsträgern, Arbeitsagenturen und Migrantenselbstorganisationen konnten Personengruppen erreicht werden, die bislang nur schwer Zugang zu beruflichen Qualifizierungsangeboten hatten. Die Qualifizierungsagenten fungierten dabei als zentrales Bindeglied zwischen Betrieben, Beschäftigten und Qualifizierungsstrukturen.
Nachweisbare Projekterfolge
• 2.140 Kontaktaufnahmen mit Unternehmen
• 235 Kontakte mit Migrantenselbstorganisationen
• 1.860 Beratungen von Beschäftigten
• 545 abgeschlossene berufliche Qualifizierungsvereinbarungen
Von diesen Qualifizierungsmaßnahmen wurden 7 % bereits während der Projektlaufzeit abgeschlossen, 22 % gestartet, und 70 % beginnen im Jahr 2026. Der hohe Anteil der erst im Folgejahr startenden Maßnahmen ist insbesondere auf umfangreiche und zeitintensive bürokratische Anforderungen bei der Beantragung von Fördermitteln für Weiterbildung sowie auf notwendige Abstimmungsprozesse zwischen den beteiligten Akteuren zurückzuführen. Trotz hoher Qualifizierungsbedarfe und großer Umsetzungsbereitschaft auf Seiten der Betriebe und Beschäftigten kam es dadurch zu zeitlichen Verzögerungen beim Maßnahmenbeginn.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Partnern, Unternehmen und Stakeholdern für die konstruktive und engagierte Zusammenarbeit.
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Zuwendungsgeber
News zum Projekt im Rheinischen Revier
Starke Partnerschaft mit dem Rumänischen Generalkonsulat in Bonn und Roeducatie e.V. aus Krefeld
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