JUROMA - Junge Roma aktiv

• Partizipation • Bildung • Arbeit

Beruf als zentrales Element gesellschaftlicher Integration und Anerkennung

Zum Einstieg in das Seminar „Geschichte und Aktualität der Arbeitsmarktintegration von Roma“ stellen Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf Wandzeitungen das breite berufliche Spektrum ihrer Familien in den letzten 150 Jahren dar. Selbständige Berufe wie z. B. Schmied, Klempner, Dachdecker oder Seilmacher, Pferde-, Federn- und Stoffhändler, aber auch Juristen, Beamte und Offiziere bildeten die Basis für die wirtschaftliche Integration der Roma auf dem Balkan bis weit in das 20. Jahrhundert. Die Mütter und Großmütter waren vielfach als Kinderfrau oder Hauswirtschafterin beschäftigt. Die Lebensläufe passen nicht zum Klischee der armen, nicht integrierten Roma. Im Gegenteil, sie waren beruflich selbständig und genossen das Vertrauen ihrer Umgebung. Auch gab es in zahlreichen Städten und Ortschaften auf dem Balkan sehr eigenständige, von der Roma-Kultur geprägte Communitys.

Romeo Franz, Geschäftsführer der Hildegard Lagrenne-Stiftung, beschreibt die Situation der Sinti und Roma zu Beginn des Jahrhunderts in Deutschland als gesellschaftlich zwar randständig, aber wirtschaftlich selbständig. Diese Entwicklung wurde jedoch durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten jäh unterbrochen. Zehntausende Sinti und Roma wurden deportiert und ermordet. Dieses Trauma prägt die Überlebenden bis heute.

In den sozialistischen Staaten des Balkans konnten Roma ihre Beteiligung an Bildung und Ausbildung sowie ihre politische Teilhabe gut aufbauen. Deutschland profitierte davon, als in den 60er Jahren zahlreiche gut ausgebildete Gastarbeiter aus Jugoslawien kamen. Der Zusammenbruch des Sozialismus und der Krieg auf dem Balkan beendeten diese Entwicklung; spürbar bis heute vor allem im Kosovo, wie David Berisa, Juroma-Multiplikator, anschaulich berichtet. Hunderttausenden blieb als Ausweg nur die Flucht nach Westeuropa.

Auch hier sind die Familien bildungsorientiert und halten ihre Kinder und Enkelkinder an, möglichst gute Schulabschlüsse zu erreichen, um eine Berufsausbildung oder ein Studium aufnehmen und abschließen zu können.

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichten von Diskriminierungserfahrungen, die ihren Alltag prägen. Sie fühlen sich nicht vorbehaltlos akzeptiert: bis zur gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe erscheint es ihnen noch ein weiter Weg.

Nedjo Osman beschreibt ein Szenario, wie Roma durch ihre Kultur ihr Image verbessern können und auch gegen Diskriminierung angehen und gesellschaftliche Partizipation erreichen können.

Nada Kokotovic, die seit zwei Jahrzehnten mit einem Roma beruflich und privat eng verbunden ist, bemängelt Toleranzdefizite auch auf Seiten der Roma. Als Kroatin fühlt sie sich nach wie vor von der Familie ihres Partners nicht akzeptiert. Auch untereinander seien die Roma oft uneins und schadeten damit der gemeinsamen Sache, dem Kampf um gesellschaftliche Anerkennung und gleichberechtigte Teilhabe. Nur gemeinsam können sie die derzeit zahlreichen politischen und finanziellen Möglichkeiten zur Erweiterung ihrer gesellschaftlichen Teilhabe und zum Abbau von Diskriminierung nutzen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich beeindruckt vom Verlauf des Seminars. Ihr Selbstbild sei nachhaltig bereichert, ihr Selbstbewusstsein gestärkt und der Respekt vor den Leistungen und dem Bildungswillen ihrer Eltern und Großeltern noch größer geworden.

Bildungsveranstaltung Standort Greven/Steinfurt/Münster

Am 11. Juni 2016 fand in Greven eine Bildungsveranstaltung mit Thema "Bildungschancen junger Roma in Deutschland" mit 65 Teilnehmern statt.

Die Verbesserung der Zukunftschancen junger Roma ist das zentrale Thema im Projekt JUROMA.

Der Abschluss einer erfolgreichen Bildungskarriere eröffnet bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. In dieser Veranstaltung wurde u.a. vermittelt, wie wichtig die Unterstützung der Eltern und der Gesellschaft bei der Gestaltung einer erfolgreichen beruflichen Zukunft ist.

Dabei tauchte die Frage auf, was wiederum für die Eltern und Familien von Bedeutung und hilfreich ist, um ihre Kindern zu selbstbewussten und zielorientireten Mitgliedern der Mehrheitsgesellschaft zu erziehen.

Verschiedene Experten, darunter Vertreter des JMD und Lehrer der Gesamtschule Greven, zeigten Wege und Möglichkeiten auf.

Lesen Sie hier einen Artikel aus den Westfälischen Nachrichten vom 27.06.2016 über die Veranstaltung.

Starke Partner helfen weiter!

„Aufbau und Pflege von Netzwerken“ – wie das geht, wissen nun 30 Mentor/innen und Multiplikator/innen des Projekts „JUROMA – Junge Roma aktiv“. Interessante Impulse, wie man seine Ziele durchsetzt und Chancen nutzt, bekamen die jungen Leute von den vier Referent/innen, die das Seminar vom 15.-17.4.2016 in Eitorf/Sieg begleiteten:

Ayfer Elbahan vom Jugendmigrationsdienst (JMD) der Arbeiterwohlfahrt in Köln – einer der wichtigsten Partner des Projekts – stellte die Arbeit, die Angebote des JMD und deren Vernetzung vor.

Cemalettin Özer, Geschäftsführender Gesellschafter von Mozaik (Gemeinnützige Gesellschaft für Interkulturelle Bildungs- und Beratungsangebote mbH, Bielefeld) vermittelte einen Eindruck von der Vielfalt beruflich relevanter Akteure.

Ahmet Edis, Mitarbeiter des nordrhein-westfälischen Landtags-Abgeordneten Arif Ünal, gab Tipps, wie sich die JUROMA-Teams vor Ort politische Unterstützung holen können.

Sabina Salimovska, Germanistin, Roma-Aktivistin, zurzeit beschäftigt beim Europarat in Berlin, verdeutlichte an Hand ihrer eigenen Erfahrungen, wie zahlreich Angebote und individuelle Möglichkeiten sind, die jede/r für seine Entwicklung und für die Sache der Roma nutzen kann. Ihre zahlreichen Auslandsaufenthalte gaben ihrem politischen Engagement wesentliche Impulse.

Das Seminar hat die Teilnehmenden gut gerüstet, um an den Projektstandorten Berlin, Köln, Düsseldorf und Greven/Münster starke Partner zu finden, um mit ihnen den Übergang von der Schule in den Beruf für zugewanderte junge Romnija und Roma noch erfolgreicher zu gestalten.

Internationaler Roma-Tag – JUROMA stellt sich vor

Am 8. April 2016, dem Internationalen Tag der Roma, präsentierte das Projekt JUROMA in Düsseldorf und Köln seine Arbeit. Fast 300 Gäste kamen - aus der Community, aus Politik und Verbänden.

In einem festlichen Rahmen mit Musik, Poesie und kleinem Buffet wurde zunächst die Historie des Roma-Tages beschrieben, der seit 45 Jahren gefeiert wird. Er gilt als Anfang der Roma-Bürgerrechtsbewegung, die seither die Geschichte der Roma wach hält, sich gegen ihre Diskriminierung wendet und für ihre gesellschaftliche Teilhabe einsetzt.

Anschließend stellten Mentor/innen ihre zahlreichen Projektaktivitäten vor, mit denen sie jungen Romnija und Roma eine Perspektive für eine gleichberechtigte Teilhabe in Schule und Berufsausbildung aufzeigen. Mit dabei waren Vertreter/innen der Jugendmigrationsdienste der Arbeiterwohlfahrt Köln und der Diakonie Düsseldorf, die Partner des Projekts sind. Sie erläuterten ihre Beratungsangebote für junge Migrant/innen und gaben in Einzelgesprächen weiterführende Informationen und Tipps.

Fotos von der Veranstaltung am 8. April 2016 in Düsseldorf.

Beitrag des ZDF zum Welt-Roma-Tag in Berlin, gesendet in "ZDF-heute" am 8. April2016:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2713260/Kundgebung-zum-Welt-Roma-Tag-in-Berlin

Pressearbeit kann man lernen

Basics der Pressearbeit erwarben zwanzig Mentor/innen und Multiplikator/innen des Projekts „JUROMA – Junge Roma aktiv“ vom 11.-13.3.2016 in Eitorf/Sieg. Sie wollten lernen, die Berichterstattung über das Projekt JUROMA an den Standorten Berlin, Köln, Düsseldorf und Greven/Münster aktiver zu gestalten.

Angeleitet vom PR-Fachmann Mathias Klüver aus Essen recherchierten sie im Internet lokale Pressekontakte, erarbeiteten Texte und produzierten Bilder für eine Pressemappe über das Projekt. Als Fachmann für Öffentlichkeitsarbeit gab Mathias Klüver viele praktische Tipps, um Journalistinnen und Journalisten zu erreichen und für Roma-Themen zu gewinnen.

Anschließend stellten sich fünf Teilnehmende einem Interview mit der Journalistin Gilda Horvath aus Berlin. Gilda Horvath gelang es, die jeweiligen Stärken ihrer Interviewpartner herauszustellen, wie z. B. prägnante Projektdarstellung, schlagfertige Reaktionen auf diskriminierende Fragen, perfektes Erscheinungsbild, jugendlicher Charme oder selbstbewusstes Auftreten.

Sie ermunterte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich in ihrem Engagement für die Roma-Community durch nichts beirren zu lassen.

Ricardo M. Sahiti in seinem Element (Foto: Rummel/OBS)
Lannert gibt den Mentoren Tipps, um Webseiten richtig zu gestalten. (Foto: Rummel/OBS)

Ricardo M. Sahiti besucht JUROMA-Seminar

Highlight des 11. JUROMA-Seminars vom 19. bis 21. Februar 2016 in Eitorf war der Besuch des Dirigenten des Roma Sinfonie Orchesters e.V., Ricardo M. Sahiti. Sehr lebhaft und anschaulich berichtete er über seinen Werdegang und seine Arbeit, die ihn in große, europäische Konzerthäuser geführt habe. Er vertrat die Ansicht, dass jeder Mensch einzigartig sei und dass jeder seine Ziele mit Konsequenz verfolgen müsse, um erfolgreich zu sein.

Thema des Seminars war Öffentlichkeitsarbeit und Gestaltung von Websites. Mit Hilfe der Referentin Serap Lannert analysierten 20 Multiplikator/innen und Mentor/innen aus NRW und Berlin zunächst die Internetseiten der am Projekt beteiligten Verbände und Organisationen. Anhand dieser Beispiele erarbeiteten sie Kriterienkataloge, wie man die jeweiligen Websites gestaltet, um das Interesse der User zu fesseln.

Am dritten Tag entwickelten die Teilnehmenden Perspektiven für die Fortsetzung des Projekts. Schwerpunkte sollen die Ausweitung der Zusammenarbeit mit den Jugendmigrationsdiensten und die Einbeziehung junger Flüchtlinge sein.

Safet Mistele berichtet über seinen Lebensweg (Foto: Rummel/OBS)

Mit einem Ziel vor Augen kann man durchstarten!

Mit dem Seminar zur „Jugendleitercard Teil II“ setzte das Projekt vom 22. bis 24. Januar 2016 die Weiterbildung von Aktiven aus den Projektstandorten bzw. der Partner Amaro Drom, Amaro Foro und Terno Drom fort.

Zentrale Themen waren rechtlichen Fragen rund um die Jugendarbeit. Die Juleica-Ausbilder/innen Susanne Koch und Florin Schmidt ließen die Teilnehmenden mit gruppendynamischen Übungen und anhand eigener Beispiele erarbeiten, welche Vielfalt sich hinter dem Schlagwort Jugendarbeit verbirgt. 

Der Tänzer Safet Mistele, 23 Jahre alt, eingeladen als Vorbild für junge Romnija und Roma, schilderte sehr eindrucksvoll das Schicksal seiner Familie und seine eigene Bildungskarriere. Als Kind einer Flüchtlingsfamilie aus dem Kosovo gelang ihm der Sprung von der Hauptschule direkt an die Folkwang-Hochschule in Essen und in das Ensemble des Tanztheaters Wuppertal von Pina Bausch.

Sein Ziel habe er immer vor Augen gehabt. Aber ohne den starken Rückhalt seiner Mutter und die geduldige Unterstützung durch seine Lehrer/innen wäre er niemals so weit gekommen, betonte er.

Trailer zu dem Video über JUROMA- Junge Roma aktiv

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Info-Veranstaltung von JUROMA über Medienberufe im Hörfunk

Steht dazu, dass Ihr ein Rom seid, aber rückt es nicht in den Mittelpunkt!

– so die Botschaft von Nedjo Osman, Schauspieler und Multiplikator des Projekts JUR lMA.

Anlässlich eines Seminars über „Theaterpädagogische Ansätze für die Arbeit vor Ort“, das vom 4.-6.12.2015 in Köln stattfand, erzählte Nedjo Osman aus seinem Leben und über seine Karriere: „Eure Vorstellungen über die berufliche Zukunft und ein systematisches Streben danach, Eure Ziele zu erreichen – das soll Euer Handeln bestimmen und im Zentrum Eurer Arbeit stehen.“ Er habe die Erfahrung gemacht, dass gute Arbeit immer das beste Argument gegen Diskriminierung und Ausgrenzung gewesen sei.


Jugendleiter-Seminar von JURoMA

Den Einstieg in die Juleica-Ausbildung der Multiplikatoren und Mentoren des Projekts Junge Roma aktiv - JURoMA vom 6. bis 8.11.2015 in Eitorf/Sieg begleitete Anya Mittnacht von der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB), die einer der Förderer des Projekts ist.
Dabei würdigte sie das große Engagement gerade auch der vielen jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Die Juleica – das ist die Jugendleitercard, ein bundesweit anerkannter Nachweis für die Grundqualifikation junger, ehrenamtlich Aktiver in der Jugendarbeit. Damit erwerben junge Menschen methodische Fertigkeiten, um ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen inhaltlich breit anlegen zu können. Im Projekt JURoMA sind es vor allem die Themen Übergang von der Schule in den Beruf, Überwindung von Diskriminierung und Stärkung von Jugendorganisationen.
Im ersten Teil der dreiteiligen Ausbildung standen die Entwicklung von und der Umgang mit Gruppen im Fokus. In zahlreichen Aktionen erlebten 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass vor allem der Aufbau gegenseitigen Vertrauens und die Berücksichtigung der Meinungen jedes Einzelnen eine zentrale Basis für die Arbeit mit Gruppen bilden.
Fazit der Auswertung war, dass dieser Einstieg in die Juleica-Ausbildung trotz des straffen Programms sehr gut bewertet wurde und alle Beteiligten mit Spannung auf den zweiten und dritten Teil warten.

Sami Dzemailovski berichtet über Besuch im Kanzleramt

Sami Dzemailovski, Projektkoordinator von JURoMA - Junge Roma aktiv, nahm am 30.06.2015 am Integrationspolitischen Dialog mit Migrantenorganisationen im Bundeskanzleramt teil. Dort hatte er Gelegenheit, der Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Thema Flüchtlinge Fragen zu stellen. Lesen Sie hier den Bericht von Herrn Dzemailovski.

Teambildung Foto

Drittes Fortbildungsseminar von
“JUROMA – Junge Roma aktiv“

Teambildung war das zentrale Thema des dritten Fortbildungsseminars vom 12.- 14.6.2015 in Eitorf...
>>Bitte lesen Sie hier weiter

Startschuss für die konkrete Arbeit 

Mit dem Auftaktseminar vom 17. bis 19.4.2015 in Eitorf fiel der Startschuss für die konkrete Vor-Arbeit des Projekts JUROMA - Junge Roma aktiv.

23 Multiplikatoren und Mentoren >>...

"Es braucht Leute, die sagen: Ich bin Rom"

Der Deutsche Olympische Sportbund brachte am 11.03.2015 ein Interview mit Sami Dzemailovski, Projektkoordinator im Projekt JUROMA - junge Roma aktiv.

Sami Dzemailovski setzt sich seit 25 Jahren für die Belange von Roma ein, aktuell im Auftrag der Otto Benecke Stiftung. Ein Gespräch über Ausgrenzung und Rückzug, mit Carmen und Martin Luther King...
>>Bitte lesen Sie hier weiter

 

 

Kontakt

Otto Benecke Stiftung e.V.
Projekt "Junge Roma aktiv"
An Groß St. Martin 2
50667 Köln

Tel.: 0221 2724399 -0

Projektleitung

Peter Rummel
Tel.: 0221 2724399 -15 oder
Tel.: 0228 8163 -208
E-Mail: Peter.Rummel@obs-ev.de

 

Pädagogische Mitarbeiter

Merfin Demir
Tel.: 0221 2724399 -12
E-Mail: Merfin.Demir@obs-ev.de

Sami Dzemailovski
Tel.: 0221 2724399 -11
E-Mail: Sami.Dzemailovski@obs-ev.de

 

Sachbearbeitung
Yulia Grisakov
Tel.: 0221 2724399 -0
E-Mail: Yulia.Grisakov@obs-ev.de

Jens Jury
Tel.: 0221 2724399 -14
E-Mail: Jens.Jury@obs-ev.de

Waltraud Schulze-Husmann
Tel.: 0221 2724399 -13
E-Mail: Waltraud.Schulze-Husmann@obs-ev.de