Hochschultagung zum Thema „Partizipation“

Vom 14.-16. Oktober 2021 fand die diesjährige Hochschultagung des OBS Hochschulprogramms in der Jugendherberge Köln-Deutz statt. Insgesamt 18 Betreuerstudierende (BEST) setzten sich mit dem Thema „Partizipation – von der Idee zur Praxis“ auseinander. Das Programm bot neben einem Einführungsvortrag von Justin Fonkeu (Consultant und Dozent an der Silent University Ruhr und aktiv in der Stadtpolitik Mülheims a.d.R.) und einem Partizipationscafé, Einblicke in vielfältige Praxisbeispiele – von der Selbstvertretung von Geflüchteten mit Behinderung über städtische Partizipation hin zu Rap als Artikulationsmöglichkeit. Auch die Diskussion mit dem Geschäftsführenden Vorsitzenden der OBS e.V., Dr. Lothar Theodor Lemper, ermöglichte einen inspirierenden Austausch zu den Tätigkeiten der BEST. Er betonte die Wichtigkeit von aktiver Partizipation und berichtete über die Bedeutung der Migration für Köln „1700 Jahre jüdisches Leben in Köln und Deutschland verdeutlichen, dass das Fremde nichts Neues ist, sondern gelebte Praxis“ so Herr Dr. Lemper.

An allen drei Tage der Hochschultagung zeigten sich die Komplexität, die Chancen aber auch die Grenzen von Partizipation. So wurde zwar festgestellt, dass Partizipation auf vielen Ebenen Potenzial hat, der Erfolg jedoch gleichermaßen von der Ausgestaltung, den Möglichkeiten und dem eigenen Engagement abhängt. Die Teilnehmenden belebten durch ihre eigenen Erfahrungen aus Deutschland und ihren Herkunftsländern die Tagung und so referierte beispielweise Anas Alhakim über seine Tätigkeit bei Handicap International, einer Organisation, die sich für die Selbstvertretung und das Empowerment von Menschen mit Behinderung einsetzt. Bei einer Stadtführung durch die Kölner Keupstraße lernten die Teilnehmenden Köln durch Menschen kennen, die in der Stadtgesellschaft aktiv sind. Die Initiative „Keupstraße ist Überall“ und „Herkesin Meydanı — Platz für alle“ gründeten sich nach dem Bombenanschlag 2004 durch den NSU und setzen sich seitdem für Mitbestimmung und Partizipation ein. Zu ihren Erfolgen gehört die Errichtung eines Mahnmals für die Opfer des Attentats, eine vielfältige Aufarbeitung des NSU und die positivere Wahrnehmung der Keupstraße in den Medien. Bei einer anschließenden Lesung durch den Rapper Kutlu Yurtseven zeigte dieser, dass es auch kreative Methoden der Partizipation gibt. Kutlu Yurtseven ist Teil der „Microphone Mafia“, die sich durch Lesungen und Konzerte im Bildungsbereich gegen Rassismus engagiert und bis zu ihrem Tod mit der Holocaustüberlebenden Esther Bejarano Veranstaltungen durchgeführt hat.

Das Programm wurde durch einen weiteren Vortrag eines BEST, Mohammed Al Hussein, zum Thema Ethnozentrismus abgerundet. Mit Blick auf das kommende Jahr wurden inhaltliche Themen und Schwerpunkte erarbeitet, sodass diese nun gemeinsam umgesetzt werden können.

Wir danken allen Beteiligten für eine sehr gelungene Hochschultagung!

 

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